Demenz

Porträtbild MatthiasWenn ich mich mit Angehörigen, Familie, Freunden oder Bekannten unterhalte, merke ich schnell, wie wenig das Thema Demenz in unserer Gesellschaft thematisiert wird. Daher widme ich diesen Blog dem Thema Demenz.

 

In Deutschland leiden heute 1,4 Millionen Menschen über 65 Jahren an Demenz. Bis zum Jahr 2030 wird sich diese Zahl wohl auf 2,2 Millionen erhöhen.

Bekannte Personen mit einer Demenz waren oder sind:

–       Ronald Reagan, ehem. US-Präsident
–       Margaret Thatcher, ehem. Premierministerin von Großbritannien
–       Inge Meysel, deutsche Schauspielerin
–       Peter Falk, US-amerikanischer Schauspieler
–       Rudi Assauer, ehem. Fußballmanager

Das Wort Demenz stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „ohne Geist“.

Störungen beim Merken, Erinnern, Denken und Orientierung (zu Zeit, Ort, Situation und Person) sind typische Merkmale einer Demenz.

Man unterscheidet die Demenz in verschiedene Formen:

-          die degenerative Demenz, 70 %, die häufigste dabei ist die Alzheimer Demenz (sowie die Parkinson Demenz und die Pick-Demenz (frontotemporale Demenz) )
-          die vaskuläre Demenz, 15 % und
-          die Mischform (Anteile von beiden Demenzformen), 10%.

Die häufigste und bekannteste Demenzform ist die Alzheimer Demenz, die zweithäufigste Form ist die vaskuläre Demenz.

Weitere typische Symptome sind:
- Verlust der Sprache (Aphasie)
- Verlust der Fähigkeit zu handeln; die Unfähigkeit, erlernte Handfertigkeiten auszuführen (Apraxie);
- Verlust der Fähigkeit zu denken; Unfähigkeit sich Dinge zu merken oder sich zu erinnern (Amnesie); Verlust von Erkennen von bekannten Personen und Gegenständen (Agnosie)

Auch verlieren die Betroffenen oft die Orientierung:

Zur Zeit: Der Betroffene verliert das Gefühl für die Tageszeit, Jahreszeit und für Zeiträume.
Zum Ort: Der Betroffene findet sich in der bekannten Umgebung nicht mehr zurecht.
Zur Situation: Der Betroffene zeigt ein unangebrachtes Verhalten in einer bestimmten Situation.
Zur Person: der Betroffene kann keine Auskunft über sich selber geben, erkennt die Familie, Verwandte und Bekannte nicht mehr.

 

Die meisten dementiell Erkrankten werden von Angehörigen zu Hause gepflegt. Häufig durch den Partner und die Kinder. Dies macht einen Anteil von 70 % aus.

Für Angehörige ist es fast immer eine körperliche, psychische, emotionale und soziale Belastung, da die Person 24 Stunden Betreuung braucht. Da sich die Eltern-Kind-Rolle umdreht, ist es für alle Beteiligten schwer, sich an die neuen Rollen zu gewöhnen. Es gibt daher oft Spannungen zwischen den Beteiligten, die die Situation zusätzlich belasten.

Es gibt verschiedene Einrichtungen, die sich auf Menschen mit Demenz eingestellt haben: Es gibt geschützte Wohngruppen, in denen die Menschen in kleinen Wohngruppen von 12-18 Personen zusammen leben. Die Bewohner dieser Wohngruppen müssen etwas mehr für die Unterkunft und Betreuung zahlen, dafür ist der Pflegeschlüssel höher, d.h. für jeden Bewohner hat die Pflegekraft mehr Zeit.

Des Weiteren gibt es so genannte „Demenz-WGs“, in denen die Betroffen in Gruppengrößen von 5-8 Personen zusammen leben. Diese WGs werden meist in größeren Privatwohnungen gegründet. Die Bewohner erhalten Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst. Die Angehörigen sind oft eng mit eingebunden.

 

Es gibt verschiedene Internetseiten für Betroffene und deren Angehörige, auf denen sie sich Hilfe suchen können.
Ich habe hier einige aufgelistet:

- Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
www.deutsche-alzheimer.de

- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
www.wegweiser-demenz.de

- Demenz Report
www.berlin-institut.org

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Ein Kommentar zu “Demenz”

  1. Ralf Maier 2013/04/22 um 11:12 #

    super! was vielleicht noch wichtig wäre: die abgrenzung zum delir. gerade jetzt, wenn die warmen jahreszeiten wieder losgehen, ist es oft so, dass ältere menschen nicht wegen einer demenz, sondern wegen des verlusts von hunger- und insbesondere durstgefühl zu trinken “vergessen”. dadurch kann es zum delir kommen, dessen symptome durchaus mit demenziellen störungen zu verwechseln sind. oft wird dann ein riesen apparat in gang gesetzt, dabei könnte man die ursachen ganz einfach dadurch “heilen”, dass darauf geachtet wird, dass der oder die betroffene ausreichend flüssigkeit zu sich nimmt!

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